Ortsgruppe Erding

Die Kreisstadt Erding liegt am Rande der Münchner Schotterebene. Die Sempt durchfließt sie von Süd nach Nord. Die Umgebung ist geprägt von intensiver Landwirtschaft, vorwiegend Mais und Getreideanbau. Der Bau des Flughafen München II bewirkte einen fortschreitenden Siedlungs und Straßenbau auf Kosten der Natur.
 Teile des Landschaftsschutzgebietes Sempttal gehören zum Stadtgebiet.
 1984 wurde die Ortsgruppe Erding gegründet. Sie hat z.Zt. ca. 1886 Mitglieder und Förderer. Hauptaufgaben sind Stellungnahmen zu Bebauungsplänen und der Amphibienschutz.
  Geplante Projekte sind die Bachpatenschaft für das Schollbächlein und der Wiederaufbau einer Kindergruppe.

Vorstandschaft

Ortsgruppenvorsitzender:
Norbert Hufschmid
08122/5187

Stammtischtermine

unsere Termine für 2018:

14.2. / 14.3. / 9.5. / 13.6. / 11.7. / 8.8. / 12.9. / 10.10. / 14.11. / 12.12.

Treffpunkt jeweils 20.00 Uhr im Gasthaus Post statt. (Erding, Friedrich-Fischer-Str. 6)


Baumschutz ist Menschenschutz

Einen guten Einblick in die Rolle von Bäumen im Siedlungsgebiet, ihre Pflege und Schutz gab jetzt das BN-Seminar zum Thema Baumschutz in Bernried, bei dem BN-Mitglied Sascha Alexander für die Ortsgruppe Erding dabei war.

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Herbstzug am Ismaninger Speichersee

Jedes Jahr machen sich Millionen Vögel auf die gefährliche Reise in ihre Winterquartiere. Diese liegen jedoch nicht nur im fernen Afrika, sondern auch vor der Haustür. Auf der BN-Exkursion erhielten die Teilnehmer jetzt einen Einblick in die Welt der Rast- und Zugvögel.

Bei herrlichem Sonnenschein und Windstille ging es kürzlich zum Ismaninger Speichersee. BN-Experte Sascha Alexander erläuterte den Teilnehmern verschiedenen Formen des Vogelzugs, die Ziele und Gefahren auf dem Weg ins Winterquartier sowie die faszinierenden Fähigkeiten der Vögel, dank derer sie bei Tag und vor allem bei Nacht ihren Weg finden. Beobachten lässt sich dieses einmalige Spektakel am Ismaninger Speichersee. Dieser ist seit Jahrzehnten von großer Bedeutung für den Vogelzug und gehört als „Ramsar“-Gebiet auch zu den international besonders schützenswerten Feuchtgebieten. Große Anziehungskraft besitzt das Gewässer insbesondere für Wasservögel. So bilden die angrenzenden ehemaligen Fischteiche ein wichtiges Brutgebiet im Sommer. Vor allem aber ist das Gebiet einer der wichtigsten Mauser-, Rast- und Überwinterungsplätze Süddeutschlands. Die Vögel stammen sowohl aus Bayern und den angrenzende Regionen, als auch Nord- und Osteuropa. Viele Vögel legen dafür alljährlich tausende Kilometer zurück, um hier zu verweilen oder nach einer Stärkung in ihre fernen Brut- bzw. Überwinterungsgebiete weiterzufliegen.  

Auf der BN-Exkursion gab es dann auch viel zu entdecken. Besonders stark vertreten waren an diesem Tag die Haubentaucher (über 100!). Fernen fanden sich größere Trupps an Reiherenten, Kolbenenten, Blässhühnern, einzelne Krick- und Tafelenten, Lachmöwen, Kormorane, Höckerschwäne und Silberreiher. Zugleich war es immer wieder spannend, Himmel und Hecken nach rastenden und durchziehende Vögeln abzusuchen. So zeigte beispielsweise der in Afrika überwinternde Baumfalke seine Flugkünste, Drosseln flogen zielstrebig in Richtung Südwest, mit Endziel Frankreich und Spanien, und das warme Wetter animierte noch einmal Zilp Zalp und Stieglitz zu leisem Gesang. Dass der Speichersee nicht nur ein Rückzugsgebiet für Vögel ist, zeigten die zahlreichen Libellen, Frösche und Fischschwärme. Und auch Wildblumen finden auf den extensiv genutzten Dämmen noch einen Lebensraum. So duftet es nach Thymian und Bocksdorn, Wundklee und Kartäusernelke warben mit ihren letzten Blüten um die Gunst der Bienen.  

Jetzt schon einmal vormerken: Im Frühling 2019 wird es wieder die beliebte Vogelstimmenwanderung mit Sascha Alexander geben!    

Es gibt keinen Planeten B

BU: v. l.: Sabine Lanzner (BN ED), Markus Scheuermann (Bezirksrat Niederbayern), Toni Hofreiter (MdB, Grüne, Fraktionsvorsitzender), Pauline Sammler (BN ED), Rosi Steinberger (MdL, Grüne), Axel Klemmer (BN ED), nicht im Bild: Fotograf Dietmar Enderlein (BN ED)

Eine kleine Gruppe der OG Erding informierte sich am Mo. 1. 10.2018 in Landshut beim Vortrag von Toni Hoftreiter "Es gibt keinen Planeten B" zu den aktuellen Themen im Kimaschutz und natürlich auch zur anstehenden Landtagswahl. Solche Termine sind immer wieder motivierend unseren Kampf für die Umwelt weiterzuführen!

 

 

Von Erding in den Bergwald

Die Jahresexkursion der Ortsgruppe Erding des Bund Naturschutz (BN) ging dieses Jahr in das Bergwaldparadies nach Inzell/Adlgass in Berchtesgaden. Gleich drei Förster erklärten diesen faszinierenden Lebensraum.

Üppige Wälder, alte Tannen, ein verträumter Bergsee, Schmetterlingswiesen – das Bergwaldparadies bei Inzell/Adlgass machte die BN-Tour zu einem ganz besonderen Erlebnis für alle Sinne. Zugleich erfuhren die rund 30 Teilnehmer viel über die eine nachhaltige Nutzung der Wälder, die Wiederansiedlung der vielerorts in Bayern verdrängten, aber seit Jahrtausenden heimischen Tanne, über Klimawandel, Wasserschutz und die allgemeine Lage der Wälder in Bayern. Die drei Experten vor Ort waren Dr. Daniel Müller, Betriebsleiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, Georg Berger, Staatsförster am Forstamt Inzell, sowie Karl-Heinrich Knörr, pensionierterFörster aus Walpertskirchen, der zusammen mit Sascha Alexander vom Bund Naturschutz Erding die Exkursion leitete.

Der Bergmischwald in Inzell steht zugleich für den überall in Bayern anstehenden bzw. dringend nötigen Umbau der Wälder: Dieser zielt darauf ab, frühere Sünden wie krankheits- und schädlingsanfällige Fichten-Monokulturen durch einen standortgerechten Baummischbesatz zu ersetzen. Zur Erinnerung: Erst kürzlich schlugen die Waldbesitzer im Landkreis Erding Alarm, wie sehr der sich durch Monokulturen und milde Winter rasant ausbreitende Borkenkäfer die Waldwirtschaft bedrohe!

In Adlgass ist man dank des Engagements der Forstverwaltung dem Ziel eines natürlichen und nachhaltig bewirtschafteten Bergwaldes aus Tanne, Buche und Fichte schon sehr nah. Dies ging nicht ohne Kampf und Widerstände, vor allem wenn es um die Tanne ging. Wurde der Baum einstmals als weniger ergiebiger Baum für die in Berchtesgaden betriebenen Salinen zu Gunsten der Fichte zurückgedrängt, so ist es heute vor allem der viel zu hohe Wildbesatz, der durch Verbiss den Aufwuchs junger Tannen verhindert. Anders als in den meisten anderen Revieren in Bayern, wo regelmäßig massiver Widerstand seitens der Jagdpächter und Trophäenjäger eine Besserung verhindert, konnte hier die Bejagung so intensiviert werden, dass sich nicht nur die Tannen erholten, sondern trotzdem auch eine gesunde Hirsch- und Rehpopulation entstand.

Im Bergwald Inzell werden abgestorbene Bäume teilweise auch im Wald belassen, um so vielerlei Insekten und Tieren einen sicheren Lebensraum bieten. So wird auch die Humusschicht des Waldbodens erhalten: wir erfuhren einiges über die Bedeutung einer gesunden Erdschicht, auch im Bergwald.

Vielfältige Sträucher siedelten sich an und so ist inzwischen ein artenreicher Mischwald entstanden, schön strukturiert in den verschiedenen Schichten.

Neben spannenden Diskussionen und Wissensvermittlung kam natürlich auch der Genuss auf der Tour nicht zu kurz: Die Teilnehmer erfreuten sich bei schönsten Wanderwetter an den vielen Blumen, einem sonnigen Päuschen auf der Gaßlalm und einem gemütlichen Ausklang im Biergarten im Wirtshaus Adlgass.

Wir haben es satt

Bündnis aus Bauern, Naturschutz und Zivilgesellschaft für eine andere Agrarpolitik

Bereits zum achten Mal fand heuer in Berlin parallel zur Grünen Woche die Demonstration „Wir haben es satt!“ statt. Mit 33.000 Teilnehmern, protestierten mehr Menschen denn je gegen industrielle Tierhaltung, Gentechnik im Essen und die immer stärker werdende Marktmacht von Agrar- und Lebensmittelkonzernen. Die Demonstration wurde von über 160 Traktoren auch aus Bayern an der Spitze angeführt. Über 500 Menschen kamen allein mit Bussen des BUND Naturschutz aus Bayern in die Hauptstadt, darunter Mitglieder der Ortsgruppe Erding.

Es ist beeindruckend zu erleben, wie viele Menschen mittlerweile aus ganz unterschiedlichen Vereinen und über 100 Organisationen zusammenkommen, um sich gemeinsam und friedlich für die Agrarwende und Tierwohl einzusetzen. Darunter der Bund Naturschutz, NABU, Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, Der Deutsche Tierschutzbund, Brot für die Welt, MISEREOR und Greenpeace. Die Großdemonstration richtet sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. Vielmehr demonstrieren viele konventionelle und Öko-Bauern auch im achten Jahr im Schulterschluss mit Lebensmittelhandwerkern und der Zivilgesellschaft gegen die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bund Naturschutz:
bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/wir-haben-es-satt

Schöpfung bewahren

unsere beiden Repräsentanten auf dem ökumenischen Stadtkirchentag: Norbert Hufschmid (Ortsvorsitzender) und Sascha Alexander (rechts)

Die Ortsgruppe Erding des BUND Naturschutz beteiligte sich am 16.September 2017 am Ökumenischen Stadtkirchentag in Erding. Neben einem Infostand wurden zwei Stadtspaziergänge unter dem Motto „Zuflucht Stadt – Stadtlebensräume“ organisiert, auf denen BN-Mitglied Sascha Alexander die Teilnehmer für die Bedrohung, aber auch den Schutz der Schöpfung sensibilisierte. Neben positiven und negativen Beispielen aus dem Stadtgebiet wurden dazu Zitate aus der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus vorgetragen, die Stellung zum Klima- und Umweltschutz nimmt. Eine Themenkombination, die bei den Teilnehmern sehr gut ankam.

Vorstandschaft Neuwahl 2015

von links nach rechts:
1.Vorsitzender Norbert Hufschmid; Beisitzer Lutz Bierl; stellv. Vorsitzender Stephan Treffler. Beisitzer Gerd Gaumer; und Beisitzer Robert Brockl. Nicht auf dem Bild ist Kassiererin Helga Bierl.