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Art des Monats - Juli

Libellen – schillernde Flugkünstler

01.07.2026

Von den 76 in Bayern nachgewiesenen Libellenarten sind drei bereits ausgestorben oder verschollen, sechs „vom Aussterben bedroht“, zwölf „stark gefährdet“ und zehn „gefährdet“. Hinzu kommen einige Arten mit sehr kleinem Verbreitungsgebiet und neun Arten der Vorwarnliste. 

Eine verbesserte Gewässerqualität und die Neuschaffung zahlloser Naturschutzgewässer hat die Gefährdung in den vergangenen Jahren etwas abgemildert. Doch noch immer werden typische Libellen-Lebensräume durch menschliche Aktivitäten gefährdet. Und es zeichnet sich eine neue Umwälzung ab: der Klimawandel. Seit den 1990er-Jahren stoßen infolge der Klimaerwärmung verstärkt Libellenarten aus dem Mittelmeerraum nach Bayern vor. Umgekehrt bekommen Libellenarten Probleme, die an kühle Bedingungen angepasst sind, wie etwa die Speer-Azurjungfer und Arten der Auen, wie die Gefleckte Heidelibelle.

Libellen sind biologische Frühwarnsysteme für Wasserqualität und Biodiversität. Ihre Larven leben ein bis zwei Jahre lang in Gewässern mit guter Wasserqualität und vielfältigen Strukturen. Auch die erwachsenen Libellen benötigen, je nach Art, unterschiedliche vielfältige Lebensräume: Wiesen oder auch Wälder oder Waldsäume, die viele verschiedene Beuteinsekten bieten.

Libellen ernähren sich ihr ganzes Leben lang vor allem von (Klein-)Insekten. Schon die Libellenlarven sind geschickte Jäger. Bei den ausgewachsenen Tieren, insbesondere der Großlibellen, verteidigen die Männchen ein bestimmtes Revier am Gewässer. Zur Fortpflanzung finden sich Männchen und Weibchen zum eindrucksvollen Paarungsrad zusammen, die Eiablage ins Wasser erfolgt häufig angekoppelt im Tandem. Am Ende ihrer Larvenzeit krabbelt die Larve meist an einem Pflanzenstängel aus dem Wasser und schlüpft ohne längere Puppenphase aus ihrer Larvenhaut und kann nach kurzer Zeit zum Jungfernflug starten. Es gibt zwei Arten von Winterlibellen, die den Winter an geschützten Orten überwintern, aber bei den meisten Arten sterben die Flugformen im Herbst.

In der App ObsIdenitfy und über die Website Karla.Natur des LfU können Libellen gemeldet werden und jeder Beobachter kann damit zum Libellenwissen beitragen – und das völlig ohne Angst: Libellen können nicht stechen!