Art des Monats - Oktober
Igel im Herbst – Wann brauchen die Stachelritter unsere Hilfe?
Ein igelfreundlicher Garten kann bereits viel dazu beitragen, dass Igel gut durch den Winter kommen. Laub- und Reisighaufen, dichte Hecken, Gebüsche und wilde Ecken bieten Nahrung, Schutz und geeignete Plätze für den Winterschlaf. Deshalb darf es im Herbst im Garten ruhig etwas unordentlicher zugehen. Auch kleine Durchgänge in Zäunen sind wichtig, denn Igel legen bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche oft weite Strecken zurück.
Wenn im Herbst die Blätter fallen und es in den Gärten raschelt, sind Igel noch einmal besonders aktiv. Sie müssen sich für den bevorstehenden Winterschlaf ein ausreichendes Fettpolster anfressen und einen geschützten Schlafplatz finden. Doch nicht jeder Igel, der jetzt unterwegs ist, braucht menschliche Hilfe.
Wenn die Temperaturen sinken und das Nahrungsangebot abnimmt, ziehen sich die Tiere zwischen Oktober und Dezember zum Winterschlaf zurück. Große und kleine Igel haben dabei nicht unbedingt den gleichen Zeitplan. Kräftige erwachsene Tiere können sich früher zurückziehen. Junge Igel aus späten Würfen müssen dagegen oft länger auf Nahrungssuche gehen, um genügend Reserven für den Winter anzulegen. Deshalb ist ein Igel, der auch im späten Herbst noch unterwegs ist, nicht automatisch hilfsbedürftig.
Wichtiger als die Größe ist der Gesundheitszustand des Tieres. Ein gesunder Igel ist in der Regel munter, bewegt sich normal und rollt sich bei Gefahr ein. Vorsicht ist geboten, wenn ein Tier apathisch wirkt, schwankt, sich kaum bewegt, verletzt ist oder Atemprobleme zeigt. Auch Fliegeneier oder Fliegenmaden sind ein dringender Notfall. Bei Unsicherheit sollte eine erfahrene Igelstation (für den Landkreis Erding: Michaela Maier 0171/9888010) oder ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.
Gerade im Herbst kann zusätzliches Futter eine sinnvolle Unterstützung sein. In einem naturnahen Garten finden Igel Käfer, Würmer, Larven und andere Kleintiere. Wo das natürliche Nahrungsangebot knapp ist, kann hochwertiges Katzen- oder Hundefutter angeboten werden. Auch ungewürztes, gekochtes Ei oder gegartes Fleisch eignen sich. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen.
Milch, Brot, Süßigkeiten und gewürzte Speisen gehören dagegen nicht auf den Igelteller. Eine Futterstelle sollte möglichst so aufgestellt werden, dass Katzen und andere Tiere nicht das gesamte Futter wegnehmen können.
„Für einen Igel darf ein Garten nicht super aufgeräumt sein“, lautet die Botschaft von Igelfreunden. Ein Laub- und Reisighaufen, eine dichte Hecke oder eine wilde Gartenecke können für einen Igel wertvoller sein als ein sauber gepflegter Rasen.
Wer im Herbst also ein Rascheln unter dem Laub hört, sollte nicht gleich zum Rechen greifen. Vielleicht bereitet sich dort gerade ein kleiner Stachelritter auf seine lange Winterruhe vor. Mit etwas mehr Natur, einem sicheren Garten und – wenn nötig – der richtigen Unterstützung können wir Igeln helfen, gut durch den Winter zu kommen.


