Fahrspuren für die Gelbbauchunke

Oft lässt sich mit einfachen Mitteln etwas für den Schutz der hochbedrohten Gelbbauchunke tun. So griffen jetzt Aktive im BN zu Spaten und Schaufel und verwandelten eine ehemalige Rückegasse* im Handumdrehen in einen Amphibienlebensraum.

Mitglieder Aktivenkreis Gelbbauchunke Bund Naturschutz

Mit neuen Spaten ausgerüstet, ging es an die Arbeit: Hans Gabler, Maria Scheday, Susanne Cornfine, Sabine Lanzner vom Bund Naturschutz.

Bund Naturschutz Erding Aktivenkreis Gelbbauchunke

Nach getaner Arbeit - Sabine Lanzner, Hans Gabler, Sascha Alexander, Susanne Cornfine vom Bund Naturschutz.

Durch das Öffnen und den Erhalt von Fahrspuren entstehen wertvolle Laich- und Aufenthaltsgewässer für die Gelbbauchunke.

29.10.2019

Gelbbauchunken sind anspruchslos, wenn es um das Laichgewässer geht. Hauptsache es hat zeitweise Wasser, ist ohne Bewuchs und erwärmt sich schnell durch die Sonne. Frische Fahrspuren sind daher ideal für diese Pionierart. So auch im Schnauppinger Holz bei Isen, wo Gelbbauchunke, aber auch Grasfrosch und Erdkröte in den Spurrinnen einer nicht genutzten Rückegasse (unbefestigter forstwirtschaftlicher Weg zum Transport gefällter Bäume) ein Rückzugsgebiet gefunden haben. Dank des lehmigen Untergrunds und der damals starken Bodenverdichtung durch die schweren Forstfahrzeuge steht in einigen dieser Vertiefungen selbst im Hochsommer noch das angesammelte Regenwasser. „Allerdings war seit ihrer Entstehung vor drei Jahren der Bewuchs aus Gras, Binsen und Springkraut immer dichter geworden, und am Grund der Kleingewässer hatte sich eine faulende Laubschicht gebildet“, erzählt BN-Vorstandsmitglied Sascha Alexander.

14 Kleingewässer für die Gelbbauchunke

Im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz und dem BUND geförderten Gelbbauchunkenprojekts „Allen Unkenrufen zum Trotz“ griffen daher Aktive des BN Erding zu Spaten und Schaufel, um diese wertvollen Refugien zu erhalten. Dazu wurden insgesamt 14 Fahrspurabschnitte ausgeräumt, der Bewuchs abgetragen und die Gewässer mit flachen Bereichen versehen, in denen sich der Laich der Unken aufgrund der Wärme besonders gut entwickeln kann. Lehmverschmiert und in bester Laune erledigte die kleine BN-Truppe auch dank neu angeschaffter Werkzeuge die Arbeiten flott und machte dann entspannt Brotzeit in der warmen Herbstsonne.

Weitere Maßnahmen für die Gelbbauchunke geplant

Ganz besonderen Dank gilt den Staatsforsten und dem Forstrevier Isen, die unser Vorhaben unbürokratisch unterstützt haben! In einer weiteren Aktion im Schnauppinger Holz plant der Aktivenkreis Gelbbauchunke der BN-Kreisgruppe Erding die Wiederherstellung bzw. Anlage von zwei Laichgewässern nahe eines ehemaligen Gelbbauchunkenfundorts. Ferner sind für das kommende Jahre weitere Maßnahmen im Landkreis Erding vorgesehen.
Wer Lust auf praktische Naturschutzarbeit hat und die kleine sympathische Unke einmal aus der Nähe sehen möchte, ist herzlich willkommen!

Unke@bund-naturschutz-erding.de
(Sascha Alexander)